Paddeltour Altmühl

                                    05. - 08. Juni 2008

              
Altmühl bei Breitenfurt

Endlich war es wieder soweit, meine erste Paddeltour bei sommerlichen Temperaturen stand bevor. Mit dabei war diesmal mein einziger und natürlich auch Lieblingsschwager Micha, der sich auf unsere Tour auch riesig freute.
Die Planung sah folgendermaßen aus. Wir starteten in Solnhofen, da beendete ich am 20. Oktober die erste kurze Tour mit meinem Bruder Martin.

     
Erstes Packen in Solnhofen                                                                           Der Twingo leert sich

Das Hauptziel sollte die A9 bei Kinding sein, da wir dort oft drüber fahren aber noch nie unten durch gepaddelt sind. Ich konnte die zu paddelnden Kilometer noch schlecht einschätzen (wie weit kommt man an einem Tag mit Wehren usw.),doch schon  bald stellte sich heraus, dass die Autobahn sehr schnell zu erreichen ist. Aber dazu später mehr. Und noch eine Sache auf die ich sehr stolz bin: Wir fuhren die Tour mit unserem wieder hergerichteten Pouch RZ 85-3, den ich noch kurz vorher mit einer neuen Spritzplane ausgestattet hatte. 

    
Einsetzen in Solnhofen                                                                                  Was da alles rein geht

Das Faltboot stellte sich als wahrer Packesel heraus, und trotz zwei bis drei unvermeidbaren Grungberührungen blieb die Elefantenhaut bis auf mehrere Kratzer unversehrt.


Gegen 8.00 Uhr brachen wir am Donnerstag auf und erreichten die Einsetzstelle an der Hefeler Mühle schon gegen 9.45 Uhr. Nun ging es los. Vom Wetterbericht ließen wir uns nicht beeindrucken, denn bisher war es ja auch trocken geblieben. Zum Aufbau gab es natürlich das obligatorische Aufbaubier. Und dann pünktlich zum Start begann es leicht zu regnen, aber das war  ja egal, denn wir saßen im Trocknen.


Solnhofen bei Regen

Wir waren doch sehr bepackt, was man doch so alles für vier Tage beötigt, aber für unser Faltboot war das kein Problem.
Schon bald umgab uns  diese wunderschöne Ruhe, die ich so liebe. Auch Micha war total begeistert von dieser schönen Umgebung.

     
Wir zwei genießen hier die Ruhe

Gleich hinter Solnhofen sahen wir auf der linken Seite die Zwölf Apostel (Kalksteinfelsen). Und dann tauchte auch der erste Graureiher auf, der immer wieder vor uns davonflog.

    
Die Zwölf Apostel                                                                                        Der Graureiher

Die erste Bootsrutsche Hammermühle war für unseren Oldtimer nicht befahrbar. Auch für GfK-Kanus ist es eher doch gefährlich, vor allen Dingen für ungeübte Kanuten, die es auf der Altmühl häufig gibt. Jene welche fahren dann mit Ihren Leihkanus im Zick- Zack- Kurs den Fluss entlang. Sie kommen allerdings nur bei Sonnenschein heraus, so hatten wir zumindestens am Donnerstag unsere Ruhe. Wie wir am Samstag erfahren haben, ist es auch an diesem Wochenende passiert, dass ein Leihkanu an der Bootsrutsche gekentert ist.

   
Unser erstes Wehr die Bootsrutsche Hammermühle

Wir erfreuten uns an der Natur, überall gab es Teichrosen, schöne alte Bäume und eine Vielfalt an Vögeln bzw. Wasservögeln, Bachstelzen, Kuckuck, Meisen, Finken, Eichelhäher, um nur einige zu nennen. Auch die seltene Schafstelze gibt es im Altmühltal sehr oft.
Für alle Faltbootfahrer noch eine Warnung, hinter dem Wehr Hammermühle, bei Pegel von 1,25 m (Eichstätt), befindet sich eine Natursteinschwelle (Granit) 5 - 10 cm unter der Wasseroberfläche.
Auch die Bootsrutsche Hackenacker trugen wir um. Beim umsetzen an der Bubenrother Mühle fing es so richtig an zu regnen, aber das störte uns nicht, denn auch das war ein tolles Erlebnis.

    
Bubenrother Mühle

Am Abend kamen wir dann am Campingplatz Breitenfurt an und bauten unser Zelt auf. Wie sich später herausstellte, gleich neben dem Quartier von ein paar Fröschen, die sich die ganze Nacht unterhielten. Inzwischen war es auch wieder trocken und wir kochten uns noch was zu essen. Der erste Tag war doch sehr anstrengend mit der Autofahrt usw., wir schauten noch den Anglern zu und gingen schon gegen 21.00 Uhr auf unsere Supi - Isomatte.

 


 

Früh weckte uns die Sonne, das freute uns doch sehr, denn wir wollten heute vier Wehre und 29 km hinter uns bringen. Wir trockneten noch ein paar Sachen und brachen gegen 10.30 Uhr auf. Gleich hinter dem Zeltplatz Breitenfurt waren die Kalksteinfelsen direkt am Ufer der Altmühl.

    
Kalksteinfelsen in Breitenfurt                                                                          Micha in der Natur

Bis Eichstätt kamen wir ganz zügig voran, dann kamen allerdings die drei Wehre kurz hintereinander. Von der Altmühl kann man die Willibaldsburg sehr schön sehen. Eichstätt war doch sehr interessant, da ich noch nie durch eine Stadt gepaddelt bin. Dann waren wir allerdings doch froh die drei Wehre und die laute City hinter uns gebracht zu haben.

     
Willibaldsburg in Eichstätt                                                                               Eichstätt Betrachtung gegen den "Strom"

Denn nun fuhren wir meiner Meinung nach durch das schönste und natürlichste Teilstück der Altmühl.

     
Die alte Eiche in Eichstätt

Wahrscheinlich weil uns langweilig war, fingen wir nun an die Tagesstrecke in Biere aufzuteilen. Die Länge entsprach 100 Bieren, da wir nun schon ²/3 gepaddelt sind - also 66,6 Biere, mußten wir uns nun nur noch für 33,3 Biere ins Zeug legen.
An der schönen Römerbrücke in Pfütz machten wir Pause, nachdem wir uns dann doch für eine Durchfahrt entschieden hatten.


Römerbrücke in Pfütz

Der Fluß war jetzt stellenweise sehr flach, es waren überall Kiesbänke knapp unter der Wasseroberfläche. Und so kam es, dass wir vor lauter Schwätzen unser Navigationsgerät (sitzt immer vorn im Boot) versagte, und wir kurz vor Gungolding in der Mitte der Altmühl auf Grund liefen und standen. Da es wohl nicht viel gebracht hätte, wenn Micha das Fliegengewicht ausgestiegen währe, stieg ich dann aus und schon war der Kahn wieder frei. Seltsam, ich bin doch nur unwesentlich schwerer - naja weiter im Text.
Am schönen Bootsrastplatz in Gungolding kamen wir gegen 18.00 Uhr an und machten uns noch ein Feuerchen.

      
Lagerplatz in Gungolding                                                                                Ganz ohne moderne Technik gehts wohl doch nicht


Die Planung für Samstag sah vor, nur bis Kinding zu paddeln, und da es nur 15 km ohne Wehre waren, ließen wir es sehr gemütlich angehen. Alles in allem hätten wir durchaus weiter paddeln können, aber da wir abgeholt werden sollten, wollten wir Opa  Ferdi, Oma Sabine, Ela und Florian doch nicht 100 km oder mehr zumuten. Da sie ja erst den Twingo in Solnhofen holen mußten, und bis dahin schon zwei Stunden unterwegs sind.
Nachdem wir in Gungolding gegen Mittag losgepaddelt sind, hatten wir irgendwie keine so richtige Lust voran zukommen, anscheinend hatte uns schon irgendwas gesteßt! 

 
Besuch bei der Siesta

Wir fuhren in einen Seitenarm und machten zwischen den Teichrosen erst einmal eine Stunde Siesta und tankten ein - zwei Bier. Dann fing es an zu regnen und das blieb auch den ganzen Samstag so. Da hatten wir also doch noch unsere Herausforderung für diesen Tag.
In Kipfenberg setzten wir aus um noch Besorgungen zu machen. Mir kam es diesmal gar nicht so vor, aber Micha sagte: "Nach drei Tagen auf dem Wasser ist die "Zivilisation" doch sehr ungewöhnlich und überhaupt nicht reizvoll." Wir entschlossen uns kurzfristig einzukehren, da wir hungrig waren. Doch leider haben wir nach 14.00 Uhr nur noch ein Weizen bekommen, also nichts zu essen, Minuspunkt für Kipfenberg. Dann setzten wir unsere Fahrt bei Regen und Bier fort. Kurz vor Kinding kam unser heutiger Höhepunkt, wir durchquerten die A9. Und kamen dann im immernoch andauernden Regen, es war mittlerweile auch ungemütlich kühl geworden, am Bootsrastplatz an.


A9

Der von der Anlage am schönsten war, aber mitten an der Straße lag. Nun brauchten wir auch unser Sonnensegel zum Schutz vor dem Regen, so hatten wir ein trockenes Plätzchen.


Unser Schlafplatz in Kinding

Es regnete fast die ganze Nacht und alles war naß, das Zelt, das Sonnensegel, und das Boot noch immer, so mußten wir nach unserer letzten Nacht alles so einpacken. 


 Aber der Sonntag schien es gut mit uns zu meinen, denn die Sonne kam hervor. Gegen 14.00 Uhr  wollten wir uns in Beilngrieß treffen, so hatten wir nicht so viel Zeit wie am Samstag. Aber 11 km und ein Wehr kann man ja wohl schaffen.

      
Beweisfoto                                                                                                   Schwäne bei Beilngrieß

Wir genossen die letzen Kilometer auf dem Fluß, obwohl es nicht so ruhig war wie am gestrigen Regentag. Über die Altmühl fuhren die Leihboote kreuz und quer. Besonders nach dem Wehr Kratzmühle wo ein richtiger Ausflugspunkt mit Lokal und kleinem See ist.

    
Am Wehr Kratzmühle

Kurz vor Beilngrieß konnten wir ein Zusammenstoß mit einem Kanu gerade noch abwenden. Gegen Mittag erreichten wir den Ausstieg in Beilngrieß. Und da die Sonne schien und wir noch zwei Stunden Zeit hatten, breiteten wir alles zum trocknen aus und kochten uns noch ein Mittagessen.


Ankunft in Beilngrieß

Gegen 14.30 Uhr wurden wir zwei Verwahrlosten von unseren Lieben eingesammelt. Noch mal Vielen Dank an euch!
Diese vier Tage waren wunderschön, es ist einfach toll 24 Stunden an der Luft zu sein.


Die Natur - so schön!

Nun haben wir also die Altmühl bezwungen. Es waren zwei wunderschöne Touren, in fantastischer Umgebung. Mal sehen, welchen Fluß wir das nächste Mal erobern.


 Adieu Altmühl !

             



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